Was kann eine Sekretärin als Werbungskosten absetzen?

9. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Artikelempfehlungen, Blog, Recht, Sparmöglichkeiten

Vorab sei mir ein rechtlicher Hinweis gestattet. Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und kann die Beratung eines Steuerberaters nicht ersetzen. Die von mir aufgeführten Punkte sind lediglich meine Gedanken zur steuerlichen Absetzbarkeit bestimmter Ausgaben und können maximal Denkanstöße geben. Ich gebe keine Garantie für die Richtigkeit.

 

Jeder Berufstätige, der eine Steuererklärung abgibt, stellt sich jedes Jahr die Frage, was als Werbungskosten angesetzt werden kann. Diese Überlegung ist durchaus berechtigt, da Werbungskosten das zu versteuernde Einkommen vermindern und sich damit direkt auf die Einkommensteuerlast auswirken.

Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten sind im Einkommensteuergesetz geregelt. Dort sagt § 9 Absatz 1 Satz 1 EStG:

„Werbungskosten sind Aufwendungen zum Erwerb, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen.“

Das heißt – einfach ausgedrückt – dass Werbungskosten alle Ausgaben sind, die im Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit stehen.

Pauschal werden vom Finanzamt bei jedem Angestellten im Jahr 2012 1000 € berücksichtigt. Wer mehr Aufwendungen hat, sollte eine Steuererklärung in Erwägung ziehen.

Aber Achtung – Die Belege sollten unbedingt gesammelt werden, denn die Aufwendungen müssen nachgewiesen werden.

Welche Aufwendungen sind Werbungskosten?

Die nachfolgende Liste gibt nur Beispiele und ist nicht vollständig.

  • Kontoführungsgebühren
  • Bewerbungskosten (z. B. Bewerbungsfotos, Bewerbungsmappen, Porto, geschaltete Stellenanzeigen, Fahrtkosten)
  • Privat finanzierte Fortbildungen (z. B. Sprachkurse, Seminare)
  • Kosten für zweite Berufsausbildung
  • Beiträge zu Berufsverbänden oder Gewerkschaften
  • Beruflich bedingte Umzugskosten, sofern sie nicht vom Arbeitgeber erstattet werden
  • Der Zweitwohnsitz, wenn er durch die auswärtige Tätigkeit notwendig ist.
  • Versicherungsbeiträge, die im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen (z. B. Berufshaftpflicht, Unfallversicherung, Berufsrechtschutzversicherung)
  • Häusliches Arbeitszimmer, wenn es der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist (Es kommt also eher bei Selbstständigen und Telearbeitern in Frage.)
  • Berufliche Nutzung des privaten Telefon- und Internetanschlusses
  • Gerichtskosten bei Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber
  • Kosten von Verkehrsunfällen auf dem Weg zur Arbeit (z. B. Wertminderung des Fahrzeugs)

Pendlerpauschale

Auch die Fahrkosten zur Arbeit sind natürlich als Werbungskosten anzusetzen. Umgangssprachlich wird von der Pendlerpauschale gesprochen. Die korrekte Bezeichnung ist jedoch Entfernungspauschale.

Die Pendlerpauschale ist in ihrer Höhe unabhängig von den wirklich entstandenen Aufwendungen. Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, kann sie in gleicher Höhe wie ein PKW-Fahrer geltend machen.

Pauschal werden pro vollen km 0,30 € erstattet. Es ist aber zu beachten, dass nur die einfache Fahrt zählt. Es ist damit gemeint, dass nur die Hinfahrt angesetzt werden kann und damit die Rückfahrt mit abgegolten ist.

Die 0,30 € pro km gelten pauschal für alle Aufwendungen der Fahrten. Für Kraftfahrer heißt das beispielsweise, dass Wertminderungen des Kraftfahrzeugs, Steuern, Instandhaltung, Versicherungen und Kraftstoff damit nicht extra angesetzt werden können.

Für die Wegstrecke wird der kürzeste Weg zwischen Wohnung und Arbeitsort angesetzt. Wenn allerdings die längere Strecke verkehrsbedingt sinnvoll ist und man das entsprechend plausibel begründen kann, ist es gestattet den Umweg anzusetzen.

Die Fahrtkosten können bis zu einer Höhe von 4500 € jährlich geltend gemacht werden. Wer ein eigenes oder ein ihm überlassenes Fahrzeug nutzt, darf auch höhere Kosten geltend machen.

Fazit

Wie man sieht, gibt es doch viele Dinge die als Werbungskosten angesetzt werden können. Ob sich eine Steuererklärung lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Bei großen beruflichen Aufwendungen sollte man das auf jeden Fall tun und sich über die Rückzahlung freuen.

Kleidung die man im Büro trägt ist übrigens nicht absetzbar – auch wenn man sie ausschließlich im Büro trägt. Das wird von der Finanzverwaltung als „Ausgabe der privaten Lebensführung“ gesehen.

 

 

 

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