Die Arbeit im Home Office oder Heimbüro

11. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Blog, Büro, Ergonomie, Organisation, Personal, Zeitmanagement

Das Home Office (deutsch: Heimbüro) wird immer mehr der Arbeitsmittelpunkt vieler Menschen in Deutschland. Das trifft nicht mehr nur auf Existenzgründer und Selbstständige zu.

Das Thema Telearbeit ist nicht grundlos immer wieder in den Medien präsent. Der Anteil Angestellter, die ihrer Tätigkeit ganz oder teilweise in den eigenen vier Wänden nachgehen, steigt in den letzten Jahren immer weiter an.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Anforderungen an ein Home Office ähnlich denen des herkömmlichen Büros sind. Es sollte beispielsweise genauso den Gesetzmäßigkeiten des Arbeitsrechts entsprechen und gemäß den Ergonomie-Regeln eingerichtet sein.

Die Tücken des Home Office werden oft unterschätzt oder gar nicht wahr. Einige Tipps soll dieser Artikel geben, denn das Home Office ist Glück und Last zugleich.

 

Empfehlungen des Zeitmanagement fürs Home Office

Im Zeitmanagement werden in aller Regel Empfehlungen geben, wie man seine Arbeit im Unternehmen richtig organisiert. Wenn man nicht innerhalb des Unternehmens arbeitet, sondern außerhalb – sprich zu Hause, ändert das Einiges. Auf der einen Seite gibt es Dinge, die deutlich anders sind und auf der anderen Seite muss man sich einige Fakten bei der Arbeit im Home Office ganz deutlich vor Augen führen.

Da die Arbeit im Home Office nicht nur heißt, dass man sich die Zeit für den Weg zur Arbeit spart, möchte ich einige Empfehlungen für die Arbeit zu Hause zusammenfassen.

  • Es sollte immer eine klare Abgrenzung zwischen Arbeitszeit und Privatleben stattfinden. Unterschiedliche Tätigkeiten sollten nicht vermischt werden. Die Abgrenzung sollte sowohl zeitlich als auch räumlich klar sein.
  • Arbeiten Sie z. B. nicht im Wohnzimmer vor dem TV-Gerät!
  • Arbeitsunterlagen gehören nicht in Privaträume – Nach Feierabend sollte Alles außer Sichtweite sein – das erleichtert das Abschalten.
  • Fassen Sie ähnliche Arbeiten zu Blöcken zusammen, aber getrennte Blöcke für Arbeit und Privates.
  • Tragen Sie zwar Kleidung in der Sie sich wohl fühlen, aber ein Freizeitlook dient nicht der Arbeitseinstellung.
  • Grenzen Sie Arbeit und Privates durch Rituale ab – z. B. durch kurze Pausen oder das Aufräumen des Schreibtischs zum Feierabend.
  • Arbeiten Sie zu geregelten, möglichst festen Zeiten
  • Arbeit zu Hause erhöht die Zahl möglicher Störungen. Vermeiden Sie diese möglichst!
  • Irgendwann sollte Feierabend sein, auch wenn die Arbeit immer in greifbarer Nähe ist. Leben und arbeiten Sie nicht neben Ihrer Familie her. Das geregelte Familienleben darf nicht leiden.
  • Terminieren Sie sowohl private als auch berufliche Aufgaben in einem einzigen Tagesplan
  • Gehen Sie ganz gezielt gegen Aufschieberitis vor! Die Gefahr des Aufschiebens von wichtigen Aufgaben ist in der eigenen Wohnung deutlich höher.
  • Seien Sie sich der möglichen Schwierigkeit bewusst, in Gang zu kommen und mit der Arbeit zu starten!

Die geeignete Räumlichkeit fürs Home Office

Ich bin der Meinung, dass für die Heimarbeit ein eigener Arbeitsraum erforderlich ist. Das hat zum einen Zeitmanagement-Gründe und zum Anderen hat man im Arbeitszimmer immer die Möglichkeit strukturierter und effizienter zu arbeiten.

  • Im Arbeitszimmer sollte genügend Raum für die Arbeit zur Verfügung stehen.
  • Auch wenn es ein kleines Arbeitszimmer ist, sollte man in der Regel genügend Platz für die benötigten Unterlagen und Möbel haben. Dann hat man alles an einem Platz und kann schneller darauf zugreifen. Außerdem fällt die Schreibtischordnung leichter, was ebenfalls Zeit spart.
  • Ein separates Zimmer gibt einem die Möglichkeit die Tür als Ritual zu schließen, was der Abgrenzung zum Privatleben dient und mögliche Störungen beispielsweise durch die Familie senkt.
  • Gerade wenn man Besuch von Kunden oder Geschäftspartnern im Home Office empfängt, ist ein separater Raum unumgänglich. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man seine Räume so einteilen, dass geschäftliche Besucher nicht erst durch die gesamte Wohnung gehen müssen.

Das Home Office und die Familie

Wenn man sich für ein Heimbüro entscheidet, sollte man zuvor mit der gesamten Familie Regeln festlegen und die notwendigen Voraussetzungen klar kommunizieren. Wenn nämlich die Arbeitseffizienz leidet, verlängert das die Arbeitszeiten und es bleibt weniger Zeit für die Familie. Erklären Sie das und holen Sie Ihren Partner mit ins Boot. Bei kleineren Kindern ist es natürlich deutlich schwerer Regeln und Grenzen zu setzen, jedoch sollten Sie es Ihren Kindern trotzdem unbedingt versuchen näher zu bringen.

  • Vereinbaren Sie Zeiten und Zeichen mit denen Sie signalisieren, dass Sie nicht gestört werden sollen
    (z. B. geschlossene Tür oder Zettel an der Tür).
  • Sprechen Sie klar an, was für eine effiziente Arbeit nötig ist und verlangen Sie die Rücksichtnahme der ganzen Familie.
  • Kommunizieren Sie, wann Sie die Arbeit beenden und wieder voll verfügbar sind.
  • Versuchen Sie die Störungen z. B. durch Lärm zu verringern.
  • Stellen Sie klar, dass nur Sie etwas an den Arbeitsunterlagen zu tun haben.
  • Seien Sie eisern. Es geht ganz schnell, dass es einen aus Liebe zur Familie zieht und plötzlich Nachtschichten nötig sind, um das Arbeitspensum zu schaffen. Gerade bei Kindern fällt das üblicherweise sehr schwer.

 

Fazit

Die Vorteile des Heimbüros sind nur eine Seite der Medaille. Die Nachteile werden oft nicht erwähnt oder heruntergespielt. Aus meiner Erfahrung heraus lässt sich ein Heimbüro keinesfalls realisieren, wenn man nicht genügend Raum zur Verfügung hat und die Familie nicht mit an einem Strang zieht.

 

 

 

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