Die Briefanrede im Geschäftsbrief

25. November 2012 | Von | Kategorie: Blog, DIN 5008, Knigge, Korrespondenz

Die Briefanrede ist in der DIN 5008 nicht vollumfänglich geregelt. Die DIN 5008 regelt hinsichtlich der Briefanrede nur die Position und die Formatierung. Jedoch haben sich gewisse Regeln hinsichtlich der Anrede in Geschäftsbriefen in deutschen Büros etabliert.

Einen Überblick über die üblichsten Formen der Anrede und wie man sie formatieren sollte, gibt dieser Blog-Beitrag.

Empfehlenswert wäre, wenn sich Unternehmen im Rahmen der Corporate Identity verbindliche Regeln für die Anrede auferlegen.

Wo gehört die Briefanrede nach der DIN 5008 im Geschäftsbrief hin?

Die Briefanrede folgt im Geschäftsbrief nach dem Betreff. Der Betreff und die Anrede werden durch zwei Leerzeilen voneinander getrennt.

Nach der Briefanrede folgt eine Leerzeile, bevor der Fließtext beginnt.

Wie wird die Briefanrede nach der DIN 5008 formatiert?

Im Gegensatz zum Betreff wird die Briefanrede gemäß der DIN 5008 nicht fett geschrieben. Die Anrede wird hinsichtlich der Schriftgröße und Schriftart genauso wie der Fließtext formatiert.

Die Briefanrede beginnt linksbündig an der Fluchtlinie – also 2,5 cm vom Blattrand.

Nach der Anrede folgt ein Komma und der Anfang des Fließtextes beginnt somit kleingeschrieben. Es sei denn das erste Wort ist eine persönliche Anrede oder ein Substantiv.

Weniger gebräuchlich aber dennoch möglich ist es, nach der Briefanrede ein Ausrufezeichen zu setzen. In diesem Fall wird das erste Wort des Fließtextes auf jeden Fall groß geschrieben.

Wie wird die Briefanrede formuliert?

Hinsichtlich der Formulierung der Briefanrede ist man an keine definitive Regel gebunden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, jedoch ist es immer eine Frage des eigenen Stils und abhängig davon, wie nah man dem Empfänger des Geschäftsbriefes steht. Die Beziehung zum Empfänger des Geschäftsbriefes hat bekanntlich immer Auswirkungen auf die Frage, wie formell oder informell der Brief gestaltet wird.

Sehr geehrte Damen und Herren,/Sehr geehrte Frau Meier,

Diese Formulierung spricht für eine größere Distanz zwischen Absender und Empfänger.

Ist einem der Name des Empfängers bekannt, dann ist unbedingt der Name zu verwenden. Schreibt man an nicht namentlich bekannte Geschäftspartner, so wählt man die neutrale erste Form.

Während diese Formulierung der Briefanrede noch sehr gebräuchlich ist, wird wegen der Unpersönlichkeit aber immer öfter auf diese Form verzichtet.

Guten Tag, sehr geehrte Frau Müller,/Guten Tag, Frau Müller,

Das sind zwei modernere Formen, von denen immer häufiger Gebrauch gemacht wird, da sie weniger „verstaubt“ und distanziert wirken als die vorige Möglichkeit. Gerade im Geschäftsleben wirkt diese Ansprache deutlich persönlicher.

Die zweite Briefanrede ohne die Worte „sehr geehrte“ ist die modernere Form.

Es sind auch andere Gestaltungen je nach Region möglich. Beispielsweise ist es im Schriftverkehr innerhalb Bayerns durchaus möglich und üblich „Grüß Gott“ zu verwenden.

Hallo Frau Schulze,/Liebe Frau Schulze,

Diese beiden Varianten der Briefanrede sind möglich. Sie sollten jedoch sehr vorsichtig eingesetzt werden, da sie sehr informell wirken und auf eine enge Geschäftsbeziehung hindeuten.

Anreden wie diese, die im Privatbereich durchaus angemessen sind, sollten im Büroalltag nur sehr wohl dosiert eingesetzt werden.

Anrede eines bestimmten Personenkreises

In der innerbetrieblichen Korrespondenz bietet es sich beispielsweise an, andere Formulierungen zu wählen, da der Personenkreis bekannt ist.

Ist der Personenkreis näher definiert und ein entsprechender Anlass gegeben, kann man die Briefanrede anders gestalten.

Beispiele:

  • Liebe Kolleginnen und Kollegen,
  • Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • Sehr geehrte Mitarbeiterin und Mitarbeiter der Marketing GmbH, (außerbetrieblich)

Die Briefanrede in E-Mails

Grundsätzlich hat eine E-Mail stets einen eher informelleren Charakter als ein Geschäftsbrief. Die Gestaltungsnormen für E-Mails sind im Vergleich zu Briefen auch nach der DIN 5008 weniger streng geregelt.

Dies sollte man bei der Wahl der Briefanrede immer bedenken und sich möglichst der moderneren und weniger formellen (distanzierten) Anreden bedienen.

Anrede mehrere Personen

Werden mit einem Brief zwei Personen angesprochen, so sind beide separat anzureden.

Beispiel:

  • Sehr geehrter Herr Schmidt, sehr geehrte Frau Schulze,

Die Anrede kann auch auf zwei Zeilen aufgeteilt werden, wenn sie zu lang wird. Zu beachten ist, dass die zweite Briefanrede klein beginnt.

Im Gegensatz zu den üblichen Knigge-Regeln wird im Geschäftsbrief nicht zwingend die Frau zuerst angesprochen. Im Geschäftsbrief ist die Hierarchie entscheidend – der Ranghöhere wird also zuerst genannt.

Wird ein Brief an mehrere Personen geschrieben hat man die Möglichkeit jede Person einzeln anzuschreiben und den Verteilervermerk des Briefabschlusses zu verwenden.

Akademische Ränge und Titel in der Anrede

Wenn der Briefempfänger einen akademischen Rang hat, dann gehört dieser mit zur Briefanrede. Jedoch wird im Gegensatz zum Anschriftenfeld nur der höchste Rang verwendet.

Beispiele:

  • Die Anrede für Herrn Professor Dr. Dr. Mayer lautet:
  • Guten Tag, Herr Professor Mayer,

Auch ein Titel kann in der Anrede Verwendung finden. Schreibt man beispielsweise an einen Amtsträger, so wird der Titel verwendet. Auf den Namen kann dabei verzichtet werden.

Beispiele:

  • Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
  • Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

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