Feuerlöscher im Büro – Was muss ich beachten?

19. Januar 2013 | Von | Kategorie: Blog, Recht

Für Bürobereiche ist die Bereitstellung passender Feuerlöschgeräte gesetzlich vorgeschrieben. Sie müssen schnell zugänglich sein und werden bei kleinen Büros zumeist in den Fluren angebracht, bei Großraumbüros allerdings direkt in den Büroräumen.

Feuerlöscher müssen alle 2 Jahre von einem qualifizierten Brandschutzunternehmen gewartet werden. Dieses quittiert nach einer Prüfung mit einem aufgeklebten Instandhaltungsnachweis am Feuerlöscher die Funktionsfähigkeit. Dazu gehört die Unterschrift des prüfenden, qualifizierten Brandschutzsachverständigen und eine Prüfplakette mit dem Datum der nächsten, vorgeschriebenen Prüfung.

Hochwertige Markenfeuerlöscher haben dabei eine Lebensdauer von ca. 25 Jahren, bevor es Sinn macht diese komplett zu erneuern. Für Büros werden zumeist Pulverfeuerlöscher eimgesetzt, da sie nahezu alle wichtigen Brände zu löschen vermögen.

Hier liegen die Fallstricke

Wurden die Feuerlöscher nicht rechtzeitig im Zweijahrestakt geprüft, kann es dazu kommen, dass eine Versicherung nach einem Brandfall die Zahlung verweigert oder den Zahlungsbetrag mindert.

=> Feuerlöscher rechtzeitig prüfen

Hat die Brandschutzfirma bei der Prüfung gepfuscht, diese nicht ordnungsgemäß durchgeführt oder gar eine Prüfung nur vorgegeben ist das Brandschutzunternehmen nach aktueller Gesetzeslage zumeist nicht dafür zu Belangen. Der Inhaber der Feuerlöschgeräte ist für die sachgemäße Prüfung zuständig und haftet dementsprechend.

=> sachgemäße Prüfung sicherstellen

Wurden nicht genügend Feuerlöscher bereitgestellt (in Relation zur Brandgefahr und den Quadratmetern der Büroräume) und kommt es zum Brand, kann es dazu kommen, dass eine Versicherung die Zahlung des Schadens verweigert oder den zu zahlenden Versicherungsbetrag mindert.

=> ausreichend Feuerlöschgeräte aufstellen

Die gesetzmäßig vorgeschriebene Prüfung der Feuerlöschgeräte muss vom Betreiber der Geräte veranlasst werden. Betreiber der Geräte kann der Mieter der Büroräume sein, bei großen Gebäuden kann dies die Hausverwaltung sein. Hierzu sollten im Mietvertrag Informationen hinterlegt sein, damit die Zuständigkeit geklärt ist.

=> Klären Sie wer für die Prüfung zuständig ist!

So sollte eine Prüfung durchgeführt werden.

  1. Öffnen des Feuerlöschers
  2. Entfernen des Pulvers mit einer Maschine
  3. Wechseln der wechselpflichtigen Teile
  4. Prüfen der Druckkartusche (Nur bei Aufladefeuerlöscher)
  5. Kennzeichnung der Prüfung mit Unterschrift auf dem Instandhaltungsnachweis

Die sachgemäße Prüfung eines Feuerlöschers dauert ca 15 Minuten, unabhängig davon, ob sie einen Feuerlöscher oder hunderte zu prüfen haben. Bei einem sehr geringen einstelligen Eurobetrag für die Prüfung eines Feuerlöschgerätes ist Vorsicht angebracht. Bedenken Sie immer, dass sie unter bestimmten Umständen haftungsrechtliche Folgen zu tragen haben oder aber Probleme mit Versicherungen auftreten können, wenn nach einem Schadensfall unsachgemäße Prüfungen der Feuerlöscher festgestellt werden.

So kann ich die ungefähre Anzahl der benötigten Feuerlöscher ermitteln.

Die genaue Anzahl der benötigten Feuerlöschgeräte kann Ihnen mit Sicherheit nur eine befähigte Person eines Brandschutzunternehmens oder ein Brandschutzsachverständiger mitteilen. Grob sind aber folgende Regeln eine Orientierungshilfe.

Bürobereiche sind je nach Brandgefährdung in eine der folgenden Brandgefährdungsklassen einzustufen:

  1. Geringe Brandgefährdung
  2. Mittlere Brandgefährdung
  3. Große Brandgefährdung

1. Geringe Brandgefahr

Eine geringe Brandgefährdung liegt dann vor, wenn lediglich Stoffe mit einer geringen Entzündbarkeit vor Ort vorhanden sind und wenn die Verhältnisse in den Büroräumen nur eine geringe Möglichkeit für die Entstehung eines Brandes zulassen. Auch wird bei einer geringen Brandgefahr von der begrenzten Möglichkeit einer Brandausbreitung ausgegangen.

Geringe Brandgefahr ist oftmals bei Eingangsbereichen zu Bürogebäuden gegeben, in Verwaltungsgebäuden, in Anwaltspraxen, abgegrenzten EDV-Bereichen ohne Papier und in Bürobereichen ohne Aktenlagerung.

Anbei eine grobe Orientierung:

  • 100 qm – 9 Löscheinheiten (1 Feuerlöscher)
  • 200 qm – 12 Löscheinheiten (ca. 1 – 2 Feuerlöscher)
  • 300 qm – 15 Löscheinheiten (2 Feuerlöscher)
  • 400 qm – 18 Löscheinheiten (2 Feuerlöscher)
  • 500 qm – 21 Löscheinheiten (ca. 2 – 3 Feuerlöscher)
  • 600 qm – 24 Löscheinheiten (ca. 2 – 3 Feuerlöscher)
  • 700 qm – 27 Löscheinheiten (3 Feuerlöscher)
  • 800 qm – 30 Löscheinheiten (ca. 3 – 4 Feuerlöscher)
  • 900 qm – 33 Löscheinheiten (ca. 3 – 4 Feuerlöscher)
  • 1000 qm – 36 Löscheinheiten (ca. 3 – 4 Feuerlöscher)
  • je weitere 250 qm – 6 Löscheinheiten zusätzlich

Mittlere Brandgefahr

Mittlere Brandgefährdung liegt meist dann vor, wenn Stoffe mit hoher Entzündbarkeit vor Ort sind und die Gegebenheiten der Büroräume für eine Brandentstehung günstig sind, jedoch zu Beginn eines Brandes keine große Brandausbreitung zu erwarten ist.

Eine mittler Brandgefahr ist oft in EDV-Bereichen mit Papier, Küchenbereichen im Büro, Gastbereichen, Bürobereichen mit einer Aktenlagerung und Archiven gegeben.

Anbei eine grobe Orientierung:

  • 100 qm – 18 Löscheinheiten (2 Feuerlöscher)
  • 200 qm – 24 Löscheinheiten (ca. 2 – 3 Feuerlöscher)
  • 300 qm – 30 Löscheinheiten (ca. 3 – 4 Feuerlöscher)
  • 400 qm – 36 Löscheinheiten (ca. 3 – 4 Feuerlöscher)
  • 500 qm – 42 Löscheinheiten (ca. 4 – 5 Feuerlöscher)
  • 600 qm – 48 Löscheinheiten (ca. 4 – 6 Feuerlöscher)
  • 700 qm – 54 Löscheinheiten (ca. 4 – 6 Feuerlöscher)
  • 800 qm – 60 Löscheinheiten (ca. 5 – 7 Feuerlöscher)
  • 900 qm – 66 Löscheinheiten (ca. 6 – 7 Feuerlöscher)
  • 1000 qm – 72 Löscheinheiten (ca. 6 – 8 Feuerlöscher)
  • je weitere 250 qm – 12 Löscheinheiten zusätzlich

Große Brandgefahr

Eine große Brandgefährdung ist durch Stoffe mit hoher Entzündbarkeit gegeben und wenn die Gegebenheiten vor Ort die Gefahr  für eine möglicherweise schnelle Brandentstehung und -ausbreitung gegeben ist und die Zuordnung in mittlere bis kleine Brandgefahr nicht möglich ist.

Dann sollte zwingend eine Fachkraft zu einer Bewertung zu Rate gezogen werden.

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