Gesundes Sitzen im Büro: Haltungsschäden und Berufsunfähigkeit vermeiden

2. März 2013 | Von | Kategorie: Blog, Büro, Ergonomie

Rückenschmerzen und Haltungsschäden durch Bewegungsmangel, Sehstörungen durch ständige Bildschirmarbeit oder gar psychische Erkrankungen infolge permanenter Stresssituationen – dies sind nur einige Beispiele für physische und psychische Leiden, die am Arbeitsplatz auftreten können.

Wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zusammen mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) ermittelt hat, klagt mittlerweile etwa jeder zweite Deutsche während oder unmittelbar nach der Arbeit über Nackenschmerzen, jeder Dritte ist von Kopfschmerzen betroffen.

Immer häufiger weiten sich diese Beeinträchtigungen zu chronischen Leiden wie Haltungsschäden aus, die im schlimmsten Fall eine Berufsunfähigkeit (BU) nach sich ziehen können. Neben präventiven Maßnahmen direkt vor Ort sollte das Berufsunfähigkeitsrisiko daher auch finanziell abgesichert sein.

Haltungsschäden vermeiden – Ergonomie als wichtiger Aspekt in der betrieblichen Gesundheitsvorsorge

Studien zufolge arbeitet eine Vielzahl der Erwerbstätigen in Deutschland unter ergonomisch falschen Bedingungen. Ein großes Problem sind dabei die so genannten Zwangshaltungen, die Häufig ursächlich für Haltungsschäden sind.

Solche ungünstigen Körperhaltungen entstehen, wenn der Erwerbstätige zu wenige Möglichkeiten hat, sich bei seiner Tätigkeit zu bewegen, was zu einseitigen und zum Teil gesundheitsbeeinträchtigenden Belastungen bestimmter Muskelgruppen führen kann, die dann in Haltungsschäden auch für Andere sichtbar werden. Darunter fällt beispielsweise langes Sitzen im Büro oder die andauernde Dateneingabe am PC.

Abhilfe schafft eine ergonomische Arbeitsplatzausstattung, die so tatsächlich auch rechtlich vorgeschrieben ist. Die AOK empfiehlt dabei u. a. folgende Maßnahmen:

  • Richtiges Einstellen des Bürostuhls: u.a. Stützen der Wirbelsäule und Ermöglichung wechselnder Arbeitshaltungen; Sitzhöhe etwa in Höhe der Kniekehle
  • Richtiges Einstellen des Tisches: u.a. Arbeitshöhe in Ellbogenhöhe
  • Schaffen von Bewegungsfreiheit: u.a. Beinfreiheit
  • Bildschirmarbeitsplatzgestaltung: u.a. ausreichender Sehabstand zwischen Auge und Bildschirm

Auch Raumklima und Lautstärke können die Berufsunfähigkeit fördern

Nicht nur mangelnde Ergonomie und daraus resultierende Haltungsschäden sind hinsichtlich der Berufsunfähigkeits-Prävention nicht zu unterschätzen. Darüber hinaus ist der Gesundheit zuliebe auch auf ein richtiges Raumklima zu achten, um Atemwegsbeeinträchtigungen vorzubeugen. Experten empfehlen dabei eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent.

Auch ein entsprechender Schallschutz sollte gewährleistet werden, denn akustische Störungen bzw. Lärm können eine Ursache von gesundheitlichen Problemen sein. Zudem sind eine gleichmäßige Ausleuchtung des Arbeitsplatzes sowie eine ausreichende Tageslichtausnutzung zu gewährleisten.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Wichtige Absicherung der Arbeitskraft

Etwa jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland kann noch vor dem Renteneintritt seinen erlernten Beruf aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen oder eines Unfalls nicht mehr ausüben. Nicht selten ist dies die Folge mangelhafter Arbeitsbedingungen bzw. zu hoher Belastungen am Arbeitsplatz.

Personen, die sich nicht rechtzeitig um eine private Absicherung der eigenen Arbeitskraft gekümmert haben, droht im Fall der Fälle der finanzielle Ruin – zumindest dann, wenn die Betroffenen auf die Weiterzahlung ihres Erwerbseinkommens angewiesen sind. Gesetzliche Leistungen einer Erwerbsunfähigkeitsrente oder der Unfallversicherung reichen meist nicht aus bzw. werden nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt.

Mittlerweile existieren vielfältige Möglichkeiten zum Abschluss einer BU-Versicherung. So kann sie zusätzlich zu einer Lebensversicherung oder Rentenversicherung, aber auch als eigenständiger Vertrag abgeschlossen werden. In puncto Beiträge und Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung bestehen aber zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern.

Zunahme psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

Neben dem Eintrittsalter und dem allgemeinen Gesundheitszustand ist der Beruf ein wichtiges Kriterium für die Berechnung der Prämie zur Berufsunfähigkeitspolice. Zwar ist das statistische Risiko seinen Beruf nicht mehr ausüben zu können bei Bürotätigkeiten nicht so hoch wie bei körperlichen Arbeiten, es sollte aber dennoch nicht unterschätzt werden. Denn psychische Leiden nehmen immer mehr zu. 53,5 Millionen Krankentage waren 2010 allein auf seelische Belastungen zurückzuführen.

Zu beachten ist dabei jedoch, dass ein klassischer Burnout oder eine Depression bei einigen Versicherungsanbietern zunächst keine Berufsunfähigkeit begründet. Bei der Wahl des Versicherers sollte daher darauf geachtet werden, dass der Anbieter Depressionen als Ursache für eine psychisch bedingte Berufsunfähigkeit anerkennt.

Dies war ein Gastartikel von Carolin Fink vom Verbraucherportal 1a.net.

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