Gesetze gegen Computerviren

22. August 2013 | Von | Kategorie: Blog

In Deutschland gibt es keine expliziten Gesetze gegen Computerviren. Und auch Fälle der Auslieferung von mit Computerviren infizierten Datenträgern an Benutzer wurden meist ohne Einschaltung von Gerichten geregelt. Doch es gab auch zivilrechtliche Klagen auf Schadensersatzanspruch.

Regelungen im Gesetzbuch

Seiten wie http://www.trendmicro.de zeigen, wie man seine Rechner vor Virenbefall schützen kann. Das Deutsche Strafgesetzbuch offenbart zusätzlich, was passiert, wenn man Viren zu seinen eigenen Zwecken einsetzt. So besagt Paragraph 202a, dass diejenigen, die sich unbefugt Zugang zu Daten, die nicht für sie bestimmt und gegen unberechtigten Zugang gesichert sind, verschaffen, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe rechnen müssen. Die erwähnten Daten müssen elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeichert sein.

Auch Computerbetrug ist strafbar: Wer das Ergebnis eines Datenverarbeitungsvorgangs beeinflusst, um sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft. Ähnliches gilt für die Datenveränderung, denn denjenigen, die Daten rechtswidrig löschen, unterdrücken, unbrauchbar machen oder verändern, drohen Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafen. Übrigens ist bereits der Versuch strafbar.

Definitionsschwierigkeiten

Viren, Würmer und Trojaner können vielseitig sein und auf viele verschiedene Arten gegen das Gesetz verstoßen. So kann zum Beispiel ein Virus, der sich nur auf einem System vermehrt, die Voraussetzungen für Datenveränderung, Computersabotage und Sachbeschädigung erfüllen. Ein Wurm, der sich per E-Mail selbstständig versendet, kann das Ausspähen von Daten, Datenveränderungen und Computersabotage bedeuten. Ein Trojaner könnte die gleiche gesetzliche Bedeutung haben, ohne dass eine Schadensroutine nötig ist. Auch unabsichtlich kann es zu solchen Ergebnissen kommen, falls der Schädling zum Beispiel aufgrund von Fehlern in der Programmierung oder Inkompatibilität mit anderen Programmen Abstürze.

Wer ein derartiges Programm erstellt und in Umlauf bringt, verliert bei der Veröffentlichung zwar den Einfluss auf das Programm, jedoch nicht unbedingt die strafrechtliche Verantwortung dafür.

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