Der Kündigungsschutz am Arbeitsplatz

26. Juni 2014 | Von | Kategorie: Blog, Recht

Eine Kündigung bedeutet meist eine existenzielle Bedrohung. Ein sicherer Arbeitsplatz ist für uns alle von einer zentralen Bedeutung. Deshalb werden in Deutschland die Arbeitnehmer durch entsprechende Rechte und Gesetze vor beispielsweise etwaiger Willkür der Arbeitgeber geschützt. Leider heißt aber gerade im Arbeitsrecht, Recht haben und auch Recht bekommen oft nicht unbedingt das gleiche. Das Arbeitsrecht regelt die komplexen Beziehungen, die sich in puncto Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz ergeben können.

Welche Kündigungsgründe können zum Verlust des Arbeitsplatzes führen?

Wir wissen, wenn ein Arbeitnehmer gekündigt wird, diese Kündigung ohne Weiteres unwirksam sein kann. Arbeitgeber benötigen wirklich gute und handfeste Gründe, wenn sie einem Arbeitnehmer die Kündigung geben. Viele Arbeitgeber machen hier große Fehler.

Vorweg sei erwähnt, dass es drei Hauptkategorien von Kündigungen gibt:

  • die betriebsbedingte Kündigung,
  • die verhaltensbedingte Kündigung,
  • die personenbedingte Kündigung.

Zum ersten sei gesagt, dass es sich hierbei um eine Kündigung handelt, die z. B. durch einen Umsatzverlust des Unternehmens hervorgerufen wird. Ab sofort werden weniger Mitarbeiter benötigt. Sich hier auf den Kündigungsschutz zu berufen mit dem Argument es wären Kollegen nach den sozialen Gesichtspunkten „eher dran“ ist als unwürdig verrufen. Arbeitnehmer, die durch ihr negatives Verhalten permanent auffallen, wie beispielsweise: Unpünktlichkeit und alkoholisiert zum Dienst erscheinen, erhalten Abmahnungen, die detailliert ihr Fehlverhalten ausweisen. Hier kann dann nach wiederholten Abmahnungen die Kündigung ausgesprochen werden. Bei den sogenannten personenbedingte Kündigungen tritt zutage, dass der Arbeitnehmer selber dafür Sorge trägt betriebliche oder wirtschaftliche Belastungen entstehen zu lassen. Dies kann verursacht werden durch den Führerscheinentzug oder lange Krankheits- und damit Ausfallzeiten.

Wann greift denn nun das Kündigungsschutzgesetz?

Seit dem 01.01.2004 greift das Kündigungsschutzgesetz nur bei den Betrieben, die mehr als zehn und mehr Beschäftige haben. Früher war dies beschränkt auf fünf Mitarbeiter. Arbeitnehmer, die noch zu den alten Kündigungsschutzbestimmungen eingestellt wurden genießen weiterhin diesen Bestandschutz. Wichtig ist, zu bedenken, dass gegen eine ausgesprochene Kündigung nur innerhalb von 3 Wochen ein Widerspruch eingelegt werden kann. Arbeitgeber machen oft den Fehler bei einer Kündigung nicht die richtige Form einzuhalten und im gesetzlichen Rahmen zu kündigen. Gegen diese fehlerhaften Kündigungen kann man sich wehren. Meist ist der gekündigte Arbeitsplatz nicht mehr zumutbar und es wird dem gekündigten Arbeitnehmer eine Abfindung angeboten. Gehört der Gekündigte zu den Gruppen der Schwangeren, ist Mitglied im Betriebsrat oder beschäftigt in der Elternzeit kann eine Abfindung zum Tragen kommen, vorausgesetzt der Gekündigte willigt ein. Von Vorteil ist immer sich hier rechtlich abzusichern, um beispielsweise durch die Gewerkschaft vertreten werden zu können. Es gibt immer wieder Individualfälle, wo anwaltliche Hilfe vonnöten ist und vor Gericht rechtlicher Beistand gefordert wird. Ist ein Betriebsrat zugegen, ist es wichtig, diesen umgehend zu informieren. Und niemals irgendwelche Verzichts- oder Absichtserklärungen unterschreiben.

So gibt es immer wieder Streitfragen, was den Kündigungsschutz am Arbeitsplatz betrifft, wie beispielsweise das Entnehmen von Firmeneigentum? Oder wenn Alkoholverbot am Arbeitsplatz nicht beachtet wurde. Es kann hier nichts pauschalisiert werden und manchmal ist dann vielleicht auch guter Rat teuer.

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