Krank? Krankheitsfall im Urlaub? Werden Krankheitszeiten im Urlaub angerechnet und gutgeschrieben?

5. August 2014 | Von | Kategorie: Recht

Der Urlaub ist für arbeitende Menschen von großer Bedeutung. Es wird der bestmögliche Zeitpunkt und der bestmögliche Ort gewählt, um den Urlaub so angenehm, wie nur möglich zu gestaltet. Doch umso ärgerlicher ist es, wenn man plötzlich während des Urlaubs erkrankt. Die Tage können somit nicht entsprechend genutzt werden. Doch ist das für Arbeitnehmer wirklich so oder sieht die Rechtslage anders aus?

Eine Erkrankung zerstört den Urlaub von Arbeitnehmern

Für Arbeitnehmer im Urlaub ist es ein Horrorszenario – eine Erkrankung während der freien Tage. Eben lag man am Strand und schwamm im Meer und schon muss die Erholung in die Unterkunft verlagert werden. Das zerstört den kompletten Sinn des Urlaubs, denn statt Erholung folgt Genesung. So sind die Tage, während der die Arbeitnehmer krank sind, nicht nutzbar. Es muss der Alltag während den Ferien umstrukturiert und an den Ausfall angepasst werden. Im Ausland ist dies auch verbunden mit dem Finden eines kompetenten Arztes sowie der Besorgung von den nötigen Medikamenten. All dies stellt zusätzlichen Aufwand dar. Besonders ärgerlich ist diese Angelegenheit, wenn man sogar Zusatzstunden getätigt hat, um den Zeitraum des Urlaubs zu vergrößern. Doch all dies ist nur halb so schlimm, denn die Rechtslage in Deutschland hält für Krankheitsfälle im Urlaub etwas offen.

Was passiert, wenn man im Urlaub erkrankt?

Fachanwälte für Arbeitsrecht verweisen zum Thema Erkrankung im Urlaub auf die eindeutige Gesetzeslage. Die verpassten Tage, in denen der Arbeitnehmer krank ist, können später wieder nachgeholt werden. Die Möglichkeit dazu wird geboten, da während der Erkrankung der Sinn des Urlaubs nicht genutzt werden kann. Ein richtiges Erholen ist in dieser Lage unmöglich, weshalb der Zeitraum rechtlich in einem anderen Zeitraum genutzt werden kann. Doch welche Regeln zu beachten sind, um die Tage nachholen zu dürfen?

Die Arbeitnehmer müssen sich unverzüglich beim Einfall der Krankheit beim Arbeitgeber melden. Der Arbeitgeber muss rechtzeitig über die Erkrankung in Kenntnis gesetzt werden, um das Nachholen rechtskräftig zu machen. Dauert dieser Krankheitsfall länger als drei Tage, sind weitere Maßnahme zur Rechtsmäßigkeit vorausgesetzt. Es muss eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt werden. Der Arbeitgeber hat allerdings auch das Recht, diese Bescheinigung bereits am ersten Tag zu verlangen.

Befindet sich der Arbeitnehmer während des Urlaubs im Ausland, so muss dies ebenfalls mitgeteilt werden. Über den Aufenthalt im Ausland werden sowohl Arbeitgeber als auch Kasse informiert. Hierfür kann zum Beispiel ein Telegramm genutzt werden, um beiden Parteien rechtzeitig Bescheid geben zu können und keine Zeit verlieren zu müssen. Natürlich sind der Urlaub im Ausland auch mit Kosten, etwa für Hotel und weiteres, verbunden. Diese anfallenden Kosten müssen vom Arbeitgeber erstattet werden. Um einen problemlosen Ablauf des Problems zu gestaltet, muss bei Ankunft schnellstmöglich Krankenkasse als auch Arbeitgeber kontaktiert werden.

Sollte sich der Arbeitgeber nicht darauf einlassen, dass der Urlaub „gut geschrieben“ bleibt einem unter Umständen nur der Gang zum Anwalt. Alternativ kann sich auch der Gang zum Betriebsrat lohnen, denn dieser sollte im besten Falle gut geschult sein, denn wie man hier erkennen kann, werden Betriebsräte häufig direkt von Anwälten geschult. Auf diesem Wege lassen sich Rechtsstreitigkeiten hoffentlich vermeiden.

Am Ende gilt trotz dessen, dass es besser wäre den Urlaub vollumfänglich zu geniesen und nicht krank zu werden. 😉

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