Richtig kalkulieren: was bleibt netto übrig von der Abfindung?

3. Dezember 2014 | Von | Kategorie: Blog

In steuerlichen Fragen ändert sich in Bezug auf die Einkommensteuer nur etwas, wenn elementare Änderungen im Leben erfolgen. Diese können in der Geburt eines Kindes oder einer massiven Gehaltssteigerung im Rahmen eines beruflichen Aufstiegs liegen. Leider ergeben sich veränderte steuerliche Voraussetzungen auch im Falle von negativen Ereignissen. Einer dieser Fälle ist der Verlust des eigenen Arbeitsplatzes. Bei einer Kündigung von Seiten des Arbeitgebers wird dabei regelmäßig eine Abfindung fällig.

Plötzlich rechnen müssen

Der Wegfall des regelmäßigen Einkommens führt vor allem zu zwei Dingen: die Notwendigkeit, sich um ein neues Anstellungsverhältnis zu kümmern und diejenige, plötzlich genauer auf den Euro schauen zu müssen. Schließlich bleiben alle laufenden Kosten zunächst einmal bestehen und auch fällige Kreditraten müssen weiter bedient werden. Das Arbeitslosengeld eins richtet sich zwar nach den bisherigen Einkünften, zahlt diese aber lediglich anteilig. Umso wichtiger ist in einer solchen Phase daher die vom Arbeitgeber gezahlte Abfindung. Hinsichtlich der Höhe der Abfindung gilt vor vielen Arbeitsgerichten die Faustformel, dass ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr angesetzt wird. Sollte das Angebot des Arbeitgebers etwa diese Höhe betragen, lohnt sich in der Regel kein langer Streit vor einem Arbeitsgericht. Denn im Arbeitsrecht hat jede Partei die Kosten ihrer Rechtsvertretung selbst zu tragen, unabhängig davon, zu welchem Ergebnis das Gericht in seinem Urteil kommt. Die so entstehenden Anwaltskosten schmälern in der Regel die gezahlte Abfindung in deutlichem Maße.

Eine klare Finanzplanung machen

Hat man sich mit dem Arbeitgeber auf eine bestimmte Summe als Abfindung geeinigt, bedeutet dies nicht, dass man den überwiesenen Betrag zur freien Verfügung hat. Vielmehr müssen auf diesen Abgaben entrichtet werden. Generell sind Abfindungen sozialversicherungsfrei. Allerdings ergeben sich auch hier Ausnahmen, etwa, wenn die Abfindung auch zur Abgeltung noch ausstehender Urlaubsansprüche oder anderer vertraglich geschuldeter Leistungen des Arbeitgebers dient. In jedem Fall aber unterliegt die Abfindung der Einkommensteuer. Zusätzlich sorgt sie für grundsätzlich höhere Einnahmen im betreffenden Kalenderjahr sofern sie einmalig in einer Summe ausgezahlt wird. Auf diese Weise werden auch die sonstigen Einkünfte in stärkerem Maße besteuert, da der Einkommenssteuersatz entsprechend steigt. Da, wie geschildert, gleichzeitig die regelmäßigen Einnahmen weg brechen, ist es um so wichtiger, an diesem Punkt eine genaue Kalkulation vorzunehmen, welche Netto-Summe von der Abfindung für die kommenden Monate zur Verfügung steht. Hierbei hilft ein Abfindungsrechner. Dieser erfasst alle Einkünfte aus Erwerbsarbeit zuzüglich der Einnahmen aus der Abfindung und berechnet dann, in welcher Höhe Steuern auf welche Art von Einkünften fällig werden. Auf dieser Basis kann nun eine Finanzplanung für Zeit nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorgenommen werden, die auf seriösen Zahlen beruht. Sofern sich weitere Fragen ergeben, empfiehlt sich zusätzlich eine professionelle Beratung durch einen Steuerberater, um alle Fragen rund um die neu entstandene Situation sicher abklären zu lassen.

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