Bürodiebstähle in Deutschland

3. Juli 2015 | Von | Kategorie: Blog, Büro

Die meisten Menschen, die in Büros arbeiten, würden wohl niemals in einem Kaufhaus oder einem Supermarkt etwas stehlen. Im Büro, in dem viele von uns tagtäglich arbeiten, ist die Hemmschwelle offensichtlich geringer. Eine Studie des größten deutschen Marktforschungsinstituts GfK SE zum Thema zeigt erstaunliche Ergebnisse.

Das weltweit an vierter Stelle rangierende Marktforschungsinstitut GfK SE untersucht traditionell Einschaltquoten im Fernsehen, die Wirkung von TV-Werbung oder errechnet den Konsumklimaindex. Doch eine ganz andere Umfrage, die auf dem Blog der Papersmart GmbH veröffentlicht wurde und es bis in die Bildzeitung schaffte, wirft jetzt ein ganz anderes Bild auf die im Ausland als ordentlich und fleißig bekannten Deutschen.

Wie diebisch sind die Deutschen im Büro?

Ein Viertel der Deutschen bekennende Bürodiebe. Das enthüllt die GfK-Studie, die die Papersmart GmbH bei den Nürnbergern in Auftrag gab. Zehn Prozent der Deutschen geben auf die Frage, ob sie sich als Langfinger im Büro betätigen laut der Studie keine Antwort. Mit 65 Prozent haben allerdings beinahe zwei Drittel der Büro arbeitenden Deutschen eine weiße Weste: Sie haben  dort noch nie etwas mitgehen lassen.

Die Studie macht zudem deutlich, dass in den Großstädten Berlin und Hamburg die meisten Bürodiebe leben. In der Hauptstadt beträgt ihr Anteil 43 Prozent, in der norddeutschen Hansestadt knapp dahinter 40 Prozent. Langfinger im Büro gibt es jedoch auch im beschaulichen Thüringen. Das Bundesland in der Mitte der Republik liegt mit 39 Prozent beinahe gleichauf.

Was stehlen Langfinger im Büro?

Unangefochten an der Spitze der gemopsten Gegenstände in deutschen Büros schwebt der Kugelschreiber. Mit 51 Prozent scheint er bei den Bürodieben heißbegehrt zu sein. Dies könnte jedoch auch damit zusammenhängen, dass sehr viele Firmen große Mengen der beliebten Schreibinstrumente zur Verfügung haben, um sie nicht nur an Kunden als Give-Away zur Kaltakquise, sondern auch an Mitarbeiter weiterzugeben. Gelegenheit macht Diebe, könnte man zu dieser Zahl anfügen.

Weit dahinter folgt Papier mit einer Beliebtheit von 27 Prozent. Fast genauso gern werden die mit 26 Prozent angegebenen Büroklammern mitgenommen. Recht bald darauf folgen die mit 22 Prozent ebenfalls recht begehrten Briefumschläge. Bei anderen Gegenständen sind die deutschen Büroganoven deutlich zurückhaltender. Dies trifft beispielsweise auf Klebstoffe zu, die immerhin nur bei 13 Prozent liegen. Kostspieligere und schwerer zu verbergende Gegenstände sind noch seltener verzeichnet. So liegen Aktenordner bei 6 Prozent und Toner lediglich bei 1 Prozent.

Was sagt das Gewissen?

Viele Leute betrachten das Gewissen als notwendige Voraussetzung für eine funktionierende Zivilgesellschaft. Allerdings scheint das bei vielen Deutschen, die in Büros arbeiten, nicht angekommen zu sein. Im Gegenteil: Sie scheinen es als Bagatelle einzustufen. Mit 47 Prozent hat beinahe die Hälfte der erwähnten und überdies geständigen Bürodiebe kein schlechtes Gewissen. Eine Ausrede ist laut der GfK-Studie dabei auch bei der Hand: „Dass ich etwas mitgehen lasse, kommt so selten vor, dass es nicht darauf ankommt.“

Diese Aussage wird kontrastiert von der ebenfalls ermittelten Tatsache, dass immerhin 9 Prozent der Langfinger durchaus häufiger zulangen. Dieser Prozentsatz der Büroganoven hat bereits drei- bis zehnmal etwas gestohlen. Auffallend ist auch die Verteilung zwischen Männern und Frauen. Die Herren der Schöpfung greifen mit 28 Prozent (zu 23 Prozent bei den Frauen) öfter zu. Dabei haben mit 54 Prozent über die Hälfte der stehlenden Männer keine Gewissensbisse. Bei den Frauen sind dies lediglich 41 Prozent. Je öfter die Diebstähle durchgeführt werden, desto tiefer scheint die Hemmschwelle zu sinken. Bei 81 Prozent der Bürodiebe, die bereits mehr als zehnmal etwas mitgehen ließen, sind keinerlei Gewissensbisse vorhanden.

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