Geschäftskonto wechseln spart Geld

17. September 2015 | Von | Kategorie: Blog

Seit geraumer Zeit verärgern Bank ihre Kunden. Da sie unter Druck stehen, erhöhen sie die Preise, Gebühren und Zinsen. Anleger werden immer stärker belastet. Das wirkt sich auch auf zahlreiche Unternehmen aus, die mit Geschäftskonten ihre Transaktionen abwickeln. Sie zahlen im Jahr zwischen 250 bis 1.000 Euro Kontoführungsgebühren, wie eine Untersuchung der Zeitschrift Öko-Test im letzten Jahr zeigte.

Ein Wechsel zu einem kundenorientierten Finanzinstitut kann Kosten sparen. Zwar versuchen die Hausbanken die Kontoauflösung mit hohen Gebühren zu verhindern, doch wer sich gut vorbereitet, kommt günstig davon und spart viel Geld.

Bank für Geschäftskonto finden

Das Geschäftskonto ist für Unternehmen der Dreh- und Angelpunkt ihrer Geschäftsbeziehungen. Damit der Kontoumzug reibungslos abläuft, muss zuerst die richtige Bank gefunden werden, die zum Geschäft passt. Die Firma sollte eine Bank wählen, die dem Tätigkeitsfeld des Unternehmens am meisten entspricht. Das kann eine Internetbank sein, eine lokale Hausbank oder ein großes Finanzinstitut. Die Bank sollte natürlich einige Punkte erfüllen, damit sich der Geschäftskontenwechsel lohnt. Die Kontogebühren alleine dürfen dabei nicht das einzige Argument bei einem Wechsel darstellen:

  1. Welche Kreditkonditionen gibt es?
  2. Welches Leistungs- und Servicepaket bietet die Bank an?
  3. Welche Bezahlverfahren gibt es?
  4. Sind die Zusatzleistungen kostenfrei?
  5. Gibt es einen persönlichen Ansprechpartner?

Die Auswahl des Geschäftskontos lässt sich mit Vergleichsportalen vereinfachen. Durch den Anbietervergleich kann die Firma die Suche schnell auf wenige Banken reduzieren. Bei einem anschließenden persönlichen Beratungsgespräch mit den Finanzinstituten kann das Unternehmen dann das Serviceangebot genauer unter die Lupe nehmen.

Geschäftskonto kündigen

Ein Geschäftskonto lässt sich jederzeit und ohne Angabe von Gründen kündigen. Allerdings gilt zu beachten, das bei bestimmten Gesellschaftsformen der gesetzliche Vertreter oder eine zeichnungsberechtige Person, zum Beispiel der Geschäftsführer, die Kontokündigung unterzeichnen muss. Dafür wird eine Prokura benötigt, das ist eine geschäftliche Vertretungsmacht, die in § 48 bis § 58 des Handelsgesetzbuchs festgeschrieben ist. Die Kündigung bei der Bank muss schriftlich erfolgen.

Kontowechsel gut planen

Der Wechsel des Geschäftskontos verursacht im Büro viel Arbeit, denn alle Abbuchungen müssen überprüft werden. Die zuständigen Bürokaufleute müssen Geschäftspartnern und Institutionen die neue Kontoverbindung mitteilen. Dazu zählen Sozialkassen, Berufsgenossenschaften, Versicherungen, Finanzamt, Telefonanbieter, Lieferanten, Energieversorger, Vermieter und Kunden.

Das Unternehmen sollte die neuen Kontoverbindungen mindestens ein bis zwei Monate vorher schriftlich bei ihren Vertragspartnern ankündigen. Alle Lastschriftverfahren sind vom alten Konto auf das neue zu übertragen. Dabei ist gute Organisation gefragt. Denn Buchungsfehler können dem Image der Firma schaden und die Rückbuchungen sind bei Banken relativ teuer. Die alte Kontoverbindung sollte deshalb solange bestehen bleiben, bis alle Transaktionen erfolgreich auf das neue Konto übertragen worden sind.

Bedient das Unternehmen Förderkredite und Darlehen, muss es die neue Bank beim Wechsel darüber informieren. Am besten ist es, wenn die Firma sich mit der neuen und alten Bank in Verbindung setzt und mit ihnen die Übertragung individuell klärt. Die neue Bank schickt dem ehemaligen Finanzinstitut daraufhin einen Kontoeinzugsauftrag. Mit diesem Auftrag sind die Daten und Geldeingänge des alten Kontos auf das neue übertragbar. Anschließend kann das alte Geldinstitut das ehemalige Konto abrechnen und schließen.

Führt die Firma das alte Konto auf Kreditbasis, prüft die neue Bank die Kreditwürdigkeit und richtet eine Kontokorrentkreditlinie ein, die es dem vergangenen Geldinstitut ermöglicht, den noch offenen Betrag oder die monatlichen Ratenzahlungen einzuziehen.

Zwei Geschäftskonten-Modelle

Manche Banken bieten ein Geschäftskonto an, das die Kontoführungsgebühren über eine monatliche Pauschale abrechnet. Andere Banken haben ein Modell im Angebot, bei dem der zu zahlende Kontoführungsbetrag auf Basis der Buchungen erfolgt. Diese Variante lohnt sich für Firmen, die wenige Umsätze über das Geschäftskonto laufen lassen. Der Pauschalbetrag hingegen ist für Unternehmen geeignet, die viele monatliche Buchungen über das Geschäftskonto abrechnen. Einige Finanzinstitute verzichten komplett auf Kontoführungsgebühren, allerdings ist der Leistungsumfang bei diesen Banken eingeschränkt.

Direktbanken sind im Moment günstiger als Filialbanken. Sie bieten kostenlose Geschäftskonten an, die keine oder nur geringe Kontoführungsgebühren kosten. Die Angebote gelten jedoch nicht für alle Rechtsformen und bedürfen einer expliziten Prüfung seitens der Unternehmen. Allerdings muss die Firma bei Direktbanken in den allermeisten Fällen auf eine persönliche Beratung verzichten.

Werbung

Kommentare sind geschlossen