Bauchschmerzen bei der Buchhaltung? Das muss nicht sein!

16. September 2016 | Von | Kategorie: Blog, BWL

Erinnern Sie sich an das „Familienduell“ mit Werner Schulze-Erdel? Bei dieser Spielshow wurde im Vorfeld jeweils 100 Leuten eine Frage gestellt, die Kandidaten mussten dann die am häufigsten genannten Antworten erraten.

Würde man 100 Jungunternehmern die Frage stellen, welchen Bereich ihrer Tätigkeit sie am wenigsten mögen, würden unter den drei Topantworten sicher die Buchhaltung auftauchen. Sie kostet nicht nur wertvolle Zeit, die viele lieber ihrem Kerngeschäft widmen würden, sondern wirkt mit all ihren Vorschriften und Bestimmungen, die sich dazu noch laufend ändern, gerade für Anfänger unglaublich kompliziert. Sich davor zu drücken, ist aber leider keine Option.

Warum eine korrekte Buchführung unerlässlich ist

Als Unternehmer ist man auf korrekt und lückenlos geführte Bücher angewiesen, da sie der Gewinnermittlung am Ende des Geschäftsjahres dienen. Anhand dieses Werts führt das Finanzamt die anfallenden Steuern ab. Wer hier Fehler macht, muss unter Umständen mit hohen Nachzahlungen oder sogar Strafen rechnen. Es ist also dringend zu empfehlen, hier von Anfang an am Ball zu bleiben.

Ein positiver Nebeneffekt ist dabei, dass man alle Geldbewegungen, die für das Unternehmen relevant sind, stets im Blick behält. So kann man die eigene finanzielle Situation stets realistisch und umfassend einschätzen.

Wer muss seine Bücher wie führen?

Bei der Buchhaltung wird zwischen zwei verschiedenen Formen unterschieden, der doppelten Buchführung und der vereinfachten Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Die reicht dann aus, wenn ein Unternehmer

  • im Geschäftsjahr einen Umsatz von weniger als 600.000 € oder einen Gewinn von unter 60.000 € erwirtschaftet
  • in der Land- oder Forstwirtschaft tätig ist
  • freiberuflich arbeitet

In diesem Fall reicht zur Dokumentation ein einziges Buch, und zeitaufwändige Maßnahmen wie eine Inventur oder das Erstellen einer Jahresbilanz fallen weg.

Wer bei Gewinn oder Umsatz über dieser Grenze liegt, als Kaufmann ins Handelsregister eingetragen ist oder sein Unternehmen als oHG, KG, GmbH oder AG führt, gilt dagegen als buchhaltungspflichtig. Er muss also Grundbuch, Hauptbuch und diverse Nebenbücher führen sowie alle Einkünfte und Ausgaben auf der entsprechenden Seite der Betrags- und Erfolgskonten verbuchen.

Wie kann man die Buchhaltung vereinfachen?

Da es gerade bei der Doppik auf den ersten Blick sehr kompliziert scheint, seine Bücher selbst zu führen, wenden sich viele Unternehmer an externe Dienstleister. Ab einer gewissen Anzahl an Mitarbeitern mag das durchaus rentabel sein, für kleinere Unternehmen lohnt es sich jedoch meist nicht.

Speziell ausgebildete Buchhalter sorgen zwar dafür, dass alle Vorgänge lückenlos dokumentiert werden und kennen die jeweils geltenden Gesetze und Regelungen, sind aber eben auch nicht ganz billig. Außerdem ist der detaillierte Einblick ins Tagesgeschäft für den Unternehmer nicht mehr gegeben.

Die Lösung kann eine Buchhaltungssoftware sein. Diese Programme sind häufig so gut, dass sie auch von erfahrenen Spezialisten verwendet werden. Aufgrund der einfachen Bedienbarkeit und intuitiver Eingabemasken, die Schritt für Schritt dabei helfen, alle Geldbewegungen korrekt zu verbuchen, eignen sie sich aber auch für Laien.

Die meisten Hersteller statten ihre Programme außerdem mit Schnittstellen zu Datev und ELSTER aus, so dass alle relevanten Daten schnell und unkompliziert an die entsprechenden Stellen übermittelt werden können.

Gute Buchhaltung kann eigentlich jeder

Mit Hilfe solcher Programme und ein wenig Einarbeitung wird es relativ schnell gelingen, die eigenen Bücher lückenlos zu führen – und zwar so, dass genug Zeit fürs Kerngeschäft bleibt. Das Geld für einen Spezialisten, das man sicherlich an einer anderen Stelle auch gut gebrauchen kann, kann man sich so sparen. Wer noch mehr über die verschiedenen Arten der Buchführung erfahren möchte, dem sei dieser nützliche Online-Ratgeber ans Herz gelegt.

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